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Die Schweizerische Lernplattform Lanista: Wie digitale Bildung die Berufsausbildung revolutioniert
Die digitale Transformation hat auch die Schweizer Berufsausbildung tiefgreifend verändert. Mit Plattformen wie Lanista wird das Lernen flexibler, interaktiver und oft auch kostengünstiger – besonders für Jugendliche und Erwachsene in der Weiterbildung. Die Initiative, die 2019 vom Schweizerischen Sekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) unterstützt wurde, verbindet traditionelle Berufsausbildung mit moderner Wissensvermittlung. Doch wie genau funktioniert Lanista, und welche konkreten Vorteile bietet sie gegenüber herkömmlichen Lernmethoden?
Lanista ist eine offene Lernplattform, die von der Fachhochschule Aargau (FHO) entwickelt wurde und seit 2019 über 500.000 Nutzer:innen in der Schweiz erreicht hat. Besonders im Fokus stehen dabei die digitalen Kompetenzen, die für die moderne Arbeitswelt unverzichtbar sind – etwa im Umgang mit Software, Daten oder digitalen Tools. Die Plattform bietet nicht nur theoretische Inhalte, sondern auch praktische Übungen und Zertifikate, die direkt in die Berufsausbildung integriert werden können. So wird sichergestellt, dass Lernende nicht nur Wissen, sondern auch konkrete Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt mitnehmen.
Digitale Tools für die Berufsausbildung: Mehr als nur Online-Kurse
Was Lanista einzigartig macht, ist die Kombination aus standardisierten Lehrplänen und individueller Lernbegleitung. Die Plattform nutzt adaptive Lernmethoden, die sich an die Fortschritte der Nutzer:innen anpassen. Zum Beispiel können Auszubildende in der Metallbranche nicht nur theoretische Grundlagen zu CNC-Maschinen lernen, sondern auch in interaktiven Simulationsprogrammen praktische Erfahrungen sammeln – ohne dass sie teure Ausrüstung in der eigenen Werkstatt benötigen. Solche digitalen Zwillinge (Digital Twins) ermöglichen es, komplexe Prozesse virtuell zu durchlaufen, was besonders für berufliche Felder wie Elektrotechnik, Informatik oder Maschinenbau von grosser Bedeutung ist.
Ein weiteres innovatives Element ist die Integration von Mikrocredentials. Diese kleinen, spezifischen Zertifikate bestätigen, dass ein Lernender bestimmte Kompetenzen erworben hat – etwa im Umgang mit CAD-Software oder der Programmierung von Robotern. Solche Zertifikate sind nicht nur für die eigene Karriere wertvoll, sondern werden zunehmend von Arbeitgebern als Nachweis für digitale Kompetenzen anerkannt. Laut einer Studie der Universität St. Gallen (2023) nutzen bereits 68 % der Schweizer Unternehmen digitale Zertifikate zur Bewertung von Bewerber:innen. Lanista bietet solche Mikrocredentials in Kooperation mit renommierten Schweizer Bildungseinrichtungen an, was ihre Glaubwürdigkeit erhöht.
Zielgruppen und praktische Beispiele
Lanista richtet sich an verschiedene Zielgruppen: Neben Jugendlichen in der Berufsausbildung nutzen auch Erwachsene mit Berufsabschluss die Plattform, um sich weiterzubilden oder neue Skills zu erwerben. Ein konkretes Beispiel ist die Ausbildung zum Fachinformatiker:innen EFZ. Hier können Auszubildende in der ersten Ausbildungshälfte virtuelle Laborumgebungen nutzen, um z. B. Datenbanken zu gestalten oder Cloud-Services zu konfigurieren. In der zweiten Hälfte der Ausbildung können sie diese Kenntnisse dann in der Praxis anwenden – etwa bei einem Partnerunternehmen wie der Swisscom, die Lanista für ihre Ausbildungsprojekte einsetzt. Solche Kooperationen zeigen, wie digitale Bildung die Brücke zwischen Theorie und Praxis schmiedet.
Ein weiteres Beispiel ist die Weiterbildung für Erwachsene, die bereits einen Berufsabschluss haben, aber in einem neuen Bereich arbeiten möchten. So können z. B. Fachfrauen aus dem Gesundheitssektor digitale Gesundheitsdienste lernen, indem sie in interaktiven Kursen mit virtuellen Patienten interagieren. Die Plattform bietet dabei nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch soziale Lernformate, bei denen Nutzer:innen sich in Communities austauschen können. Laut einer Umfrage des SBFI (2022) profitieren 72 % der Teilnehmenden von solchen Netzwerken, da sie so schneller Fortschritte machen und Rückfragen klären können.
- Seit 2019 wurden über 500.000 Nutzer:innen in der Schweiz auf Lanista erreicht.
- Die Plattform kombiniert adaptive Lernmethoden mit Mikrocredentials, die von 68 % der Schweizer Unternehmen anerkannt werden.
- In der Metallbranche können Auszubildende virtuelle Simulationsprogramme nutzen, um CNC-Maschinen zu bedienen – ohne physische Werkstattausrüstung.
- Kooperationen mit Unternehmen wie Swisscom ermöglichen praxisnahe Ausbildung in digitalen Bereichen.
- 72 % der Weiterbildungsnutzer:innen profitieren von sozialen Lernformaten auf der Plattform.
- Lanista wird vom SBFI unterstützt und ist Teil der Schweizer Strategie zur digitalen Bildung.
Die Herausforderungen bleiben jedoch nicht aus. Eine der größten Hürden ist die digitale Teilhabe: Nicht alle Jugendlichen oder Erwachsene haben Zugang zu stabilen Internetverbindungen oder ausreichend Geräten. Um dies zu kompensieren, arbeitet Lanista mit lokalen Bildungseinrichtungen zusammen, die Lernstationen in Schulen oder Berufsbildungszentren bereitstellen. Zudem bietet die Plattform offline-fähige Module an, die auf Tablets oder Smartphones genutzt werden können. So soll sichergestellt werden, dass auch in ländlichen Regionen die Chancen auf digitale Bildung gleichmässig verteilt sind. hier nachlesen
Die Zukunft der Berufsausbildung: Wie Lanista die Schweiz voranbringt
Die Vision von Lanista ist es, die Schweizer Berufsausbildung zukunftsfähig zu gestalten. Durch die Integration digitaler Tools in den Lehrplan wird sichergestellt, dass Lernende nicht nur traditionelle Fähigkeiten, sondern auch die Kompetenzen entwickeln, die für die Arbeitswelt von morgen entscheidend sind. Besonders in Branchen wie Informatik, Technik oder Gesundheitswesen wird digitale Bildung immer wichtiger. Die Plattform zeigt, dass offene Lernkultur und technische Innovation Hand in Hand gehen können – und dass Bildung nicht nur an Schulen, sondern auch im digitalen Raum stattfinden kann.
Langfristig könnte Lanista noch stärker in die Berufsberatung eingebunden werden, um Lernenden frühzeitig zu zeigen, welche digitalen Kompetenzen für ihre gewünschte Berufswahl relevant sind. Zudem könnte die Plattform durch mehr Kooperationen mit Unternehmen noch stärker verankert werden, um die Lerninhalte direkt mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes abzustimmen. Die Schweizer Regierung hat bereits signalisiert, dass sie solche Initiativen weiter fördern will – und Lanista könnte dabei eine Schlüsselfigur sein. Ob und wie genau dies umgesetzt wird, wird die nächsten Jahre zeigen. Eines ist jedoch sicher: Die digitale Bildung ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit.